Die Nazca-Linien ungelöste Rätsel

Zu einem der faszinierendsten Geheimnisse der Menschheit gehören die sog. „Nazca-Linien“, die noch heute, trotz zahllosen Versuche sie zu interpretieren ihr Jahrtausende altes Geheimnis bewahren. Wer hat sie aber gezeichnet? Zu was waren sie gut? Und wie war es möglich sie so präzise zu zeichnen, ohne dabei über die Hilfe eines Flugzeuges zu verfügen? Fragen auf die es noch keine Antwort gibt. Was sind die Geoglyphen von Nazca denn in Wirklichkeit? Wir befinden uns im Süden Perus, wo 13000 Linien 800 Figuren formen, die zum größten Teil stilisierte Tiere darstellen, jedoch ist der faszinierendste Aspekt der Geoglyphen, dass deren Dimensionen es unmöglich machen sie vom Land aus zu sehen. Die Figuren wurden übrigens erst 1927 entdeckt, als Toribio Meija Xespe, Pilot eines Linienfluges das Gebiet beobachtet. Im Laufe der Jahre wurden viele Hypothesen beim Versuch sie zu entschlüsseln aufgestellt: Einige, wie z.B. der Schriftsteller Erich Von Däniken glauben, dass die Linien auf Anlass der Rückkehr der Götter auf die Erde geschaffen wurden. Oder, es gibt andere die mit viel Fantasie behaupten, dass sie ein Zeichen für Besucher waren, die vom Himmel kamen damit sie wieder zurückkommen, oder sogar, dass sie ein gigantischer Webstuhl wären auf dem man Baumwolle weben kann… Zum Glück gibt es auch Interpretationen die etwas seriöser sind.

Die Linien und die Sterne 

Für die deutsche Mathematikerin Maria Reiche, die den Forschungen in Nazca ihr Leben gewidmet hat, haben die Linien eine klare astronomische Bedeutung: Jede Figur „zeigte“ zu einer bestimmten Zeit auf eine bestimmte Konstellation. Die Archäologin glaubt z.B., dass die Figur des Affen in einer Korrelation mit dem großen Bär steht, während der Delfin und die Spinne mit der Orion Konstellation. 

Der Kult des Wassers 

Die letzte Interpretation, in der zeitlichen Reihenfolge, ist die eines unabhängigen amerikanischen Forschers namens David Johnson, der in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität von Massachusetts, die Hypothese der Archäologen Markus Reindel (vom „Ausschuss für nicht europäische Kulturen“ des deutschen archäologischen Instituts) und Johnny Isla (vom Anden-Institut für archäologische Forschungen) wieder vorlegt: zwischen den Geoglyphen von Nazca und der Präsenz von Wasser im Gebiet besteht eine sehr enge Verbindung, die dazu verhelfen könnte, das Geheimnis der peruanischen Wüste zu lösen. Johnson nach war es Erfahrung, die es der pre-hispanischen Bevölkerung ermöglichte, die unterirdischen Wasserwege zu kennen, die von den Bergen, die sich in der Umgebung der Wüste befinden, herkamen, daher formten die peruanischen Geoglyphen eine enorme Karte auf der die unterirdischen Wasserressourcen gekennzeichnet waren 

Diese letzte Interpretation wurde auch von den Forschungen des deutschen archäologischen Institutes und des Anden Instituts für archäologische Forschungen geteilt. Eine gruppe von Wissenschaftlern konnte tatsächlich Funde von religiösen Gaben nachweisen, die in kleinen Höhlen nahe den Geoglyphen gefunden wurden und Dankgaben an die Götter dafür waren, dass es genau an den Stellen Wasservorkommen gab. Demnach stellten die „Linien“ für Johnson eine Art von Karte der Wasserressourcen dar. «Es ist durchaus möglich – erklärte Johnson – dass die Linien eine Art von Sprache waren, die genutzt wurde, um erfahren zu können, wo sich Brunnen und Aquädukte befanden». Stieß man also auf eine Trapezform, bedeutete das, dass ein Brunnen in der Nähe war. Kreise wurden dort gezeichnet, wo es Fontanellen oder Quellen gab. Und genauso wurden die großen Tierfiguren gezeichnet. Der Kolibri z.B. eine der schönsten Figuren unter den Geoglyphen, zeigte mit seinem schönen Schnabel auf einen großen Brunnen. Die Theorie von Johnson ist suggestiv, jedoch nicht in der Lage, das Geheimnis zu lösen und vor allem nicht bei allen Zeichnungen anwendbar.  

 

Seile oder Ballons? 

Die Wasser-Theorie wackelt, vielleicht verfügten die Nazca über viel weiter entwickelte Kenntnisse als wir denken. Außerdem bleibt das Geheimnis um das Entwerfen der Zeichnungen immer noch ein Geheimnis, auch wenn Lösungen angeboten wurden, waren diese nicht in der Lage eine Komplette Lösung zur Frage über den Grund für die Zeichnung der Linien zu bringen. Wir wissen ganz sicher, dass die Erde weich ist und das es einfach ist die Oberfläche zu schaben um Figuren oder Linien zu zeichnen. Archäologen entdeckten Reste von Holzpfählen die höchstwahrscheinlich als Leitpfähle dienten um die Figuren zu zeichnen. Wir kennen von den Forschungen von Maria Reiche die mögliche Maßeinheit der Geoglyphen: Eine Elle oder ein Ellenbogen, also circa 40 cm; die Wissenschaftlerin schaffte es, präzise Übereinstimmungen festzulegen, indem sie die Fläche der Figuren durch das Ellenmaß teilte. Sie konnte auf diese Weise genaue Zeitintervalle feststellen (365 Tage des Jahres oder 28 Tage des Mondzyklus). Wir wissen nicht genau warum sich die Linien von Nazca nicht über Meter, sondern über Kilometer ausbreiten; oder aus welchem Grund gerade diese Tiere gewählt wurden; oder zu was die „Gebetswege“ gut waren die nirgendwo endeten, da die Nazca Linien nur von der Luft aus zu sehen sind. Zuletzt wissen wir überhaupt nichts über die Nachkommen der Nazca und was mit ihnen passiert ist. Und warum gibt es keine einzige schriftliche Spur über diese Kultur? Die Wissenschaftler bestätigen uns alles mit Daten und Statistiken, jedoch fragt sich, warum die Nazca die Linien zeichneten: um Wasserbrunnen zu finden, ohne natürlich zu fliegen, oder um die Götter anzubeten? Warum sollte man einen Brunnen astronomisch positionieren? Was ist die Wahre Verbindung zwischen den Linien und den Sternen? Und warum kommt schon wieder, wie auch schon bei vielen anderen Kulturen, der antiken Welt die Orion Konstellation ins Spiel? Was entgeht uns bei diesem Rätsel? Was momentan sicher ist, ist das das Geheimnis von Nazca ungelöst bleibt.  

Das Geheimnis von Nazca fing mit einer Notiz des „Vaters“ der peruanischen Archäologie, Julio Tello an, der betonte, dass diese Gegend außergewöhnlich Reich an „Bewässerungskanälen“ sei. Danach geschah bis 1939 weiterhin nichts, bis ein Geophysiker der Long-Island-Universität in New York, Paul Kosok, bemerkte, dass einige der in die Erde gezeichneten Linien, den Geometrien ähnelten, die man auf den keramischen Dekorationen der indigenen Kultur der Nazca vorfinden kann. Das Glück wollte es, dass Kosok sich genau am 21. Juni zur Sommersonnenwende in der Ebene von Palpa befand, wo die meisten Geoglyphen vorzufinden sind. Der Geophysiker erlebte den Sonnenuntergang genau da wo eine der Linien den Horizont sozusagen „berührte“. Somit kam dann die Mathematikerin Maria Reiche ins Spiel, die sich schon seit einigen Jahren in der Gegend befand, um Linien zu studieren. Kosok und Reiche hatten die Idee, dass der Komplex der Geoglyphen ein riesiges Gelände von Archäo-Astronomischen Wert darstellen könnte, in einer Art von riesigem Kalender um die Position der Sonne, des Mondes und der Sterne auszurechnen aber hauptsächlich, um Sonnenwenden und das Auftreten von Wasser, das fundamental für die Landwirtschaft ist, vorhersagen zu können. Es muss noch hinzugefügt werden, dass viele auch an eine zweite Hypothese glauben, bei der nicht nur der Archäo-Astronomische Wert, sondern auch die religiöse Bedeutung zu Vorschein kommt: einige der Geoglyphen können unter anderem auch als ein Gebetsweg interpretiert werden, also eine Art von Via Crucis, auf der die Gläubigen die Götter verehrten. Das ist die Hypothese die 1947 von Hans Horkheimer aufgestellt wurde.  

© 2015 Massimo Bonasorte Förlag